film

 

 

 

(2003)

Kurzfilm von Monika Woytillo (HFF)

 

 

 

  AG: "Entstanden im Rahmen eines von der Akademie der Künste Berlin initiierten Kooperationsprojekts zwischen Berliner Komponisten und Filmstudenten der HFF Potsdam, drehte die damalige Regiestudentin Monika Woytillo einen Kurzfilm über den Potsdamer Problembezirk Schlaatz zur Musik von Sisu.RMX."
Der Wunsch der Initiatoren war es komponierte Live-Filmmusik anzuregen. Deshalb ist zu beachten, dass der links anschaubare Film als Tonspur lediglich den Zuspielanteil enthält, der auch der Video-Musiker-Synchronisation dient. D.h. dem Filmton fehlt der gesamte Live-Anteil. Einen Ausschnitt aus der Kombination von beidem (Zuspiel und Livemusiker) können Sie hier anhören. Ausschnitt mit Live-Instrumenten: 

(2001)

Spielfilm von Lars Theuerkauff

 

 

 

  AG: "Die Idee des Regisseurs dieses Spielfilms hinsichtlich seiner Musik war es, zwölf verschiedene Versionen des Liedes "You Go To My Head" von Cootes/Gillespie aus dem Jahr 1938 anzuregen. Von meinen beiden Beiträgen sang einen die Hauptdarstellerin, Katharina Ludwig. Ich entschied mich dafür, die ursprüngliche Melodie in dieser Version ganz in den Hintergrund zu stellen (sie erklingt — kaum vernehmlich — in den Hornstimmen des Arrangements; zwar komplett, aber in ungewöhnlicher Harmonisierung), während die Schauspielerin eine alternative Melodie darübersingt."
Schlussmusik "Amok Amor":     [3:20]
AG: "Neben diesem Stück schuf ich auf Wunsch des Regisseurs eine Version des Liedes für eine urbarocke Besetzung: Blockflöte, Violoncello und Cembalo. Um den allzu platten und naheliegenden Konventionen dieser generalbassbehafteten Triosonatenbesetzung auf interessante Weise entgegenzuwirken, beschloss ich, das Cello hauptsächlich in hoher Lage und als Melodieinstrument zu verwenden, während der Blockflöte das Bassinstrument der Familie zugedacht wurde. Das Cembalo hingegen perlt in der Art seiner Akkordfiguration durchaus barock-präludierend die Harmonien dahin... Diese Musik erklingt an einigen Stellen des Films.
"You Go Baroque":     [4:45]


(2000) Dokumentarfilm von Simone Warias und Friedrich Herkt (Vidicon) für den MDR

 

  AG: "Mit der erfreulichen Information ausgestattet, dass der Musik in diesem Film eine für einen Dokumentarfilm außergewöhnlich bedeutsame Rolle zugedacht war, beschloss ich zunächst, die starke Wirkung dieses berührenden Films über den Tod zweier Jungen an der Berliner Mauer im Jahre 1966  nicht durch triefende Emotionalität in der Musik zu gefährden. 'Auf gar keinen Fall Cello und Klavier!' dachte ich. So entschied ich mich, die beklemmenden Umstände des geschilderten Geschehens mit einer an die Ästhetik früher elektronischer Werke (etwa aus jener Zeit) angelehnten Klangsprache zu begleiten."
Ausschnitt aus einer ersten Skizze zur Titelmusik: 
AG: "Aber natürlich heißt Für's-Fernsehen-Arbeiten zu allererst Quotenknechtschaft — und so verwunderte es mich wenig, als an mich der Wunsch herangetragen wurde, doch bitte etwas für Cello und Klavier zu schreiben. Ich nahm dies als eine sportliche Herausforderung in der  Disziplin Konventionalität an. Auf diese Weise kam eine kleine Skizze zu Amt und Würden, die ich in Studentenzeiten einmal aus purem Spaß am harmonischen Spiel entworfen hatte: eine achttaktige, fast lethargisch langsame Klavierphrase, die zwar beständig hinabsteigt — und sich dennoch unmerklich (aber unweigerlich) in die Höhe schraubt. Dem Melancholiestreicherwunsch der Auftraggeber Rechnung tragend wurde noch eine den scheinbaren Abwärtssog unterstreichende Klagelinie hineingestrickt — fertig war die Titelmusik.
Eröffnet wurde der Film jedoch durch die erste von mehreren "Dramatisierungen" — nachgespielte Szenen des tödlichen Vorfalls. Dem aus Angst und Kommunikationsunfähigkeit ebenso wie aus erzwungenem Schweigen und gezielter Vertuschung erwachsenden Mehltau der Starre und Resignation jener Zeit entstammte der Entschluss, dem musikalischen Material dieser beiden Ausgangspunkte (melodisch-harmonische Spirale und Dramatisierungsmusiken) fast keine Entwicklung angedeihen zu lassen. Lediglich in einigen wenigen Tracks werden Elemente beider Charaktere kombinatorisch verknüpft. Ziel war ein gemischter (den filmischen Vorgaben folgender) Reigen von Variationen beider Vorlagen auf dem Gebiet der Instrumentation und Produktion — wie verschiedene Einfärbungen ein und desselben Bildes."
Hier können Sie eine Auswahl dieser Variationen anhören:
"Der durch Schusswaffengebrauch verhinderte Fluchtversuch" I 
Titelmusik: Das Denkmal 
"Der durch Schusswaffengebrauch verhinderte Fluchtversuch" II 
Erinnerungen an einen blassen, zierlichen Schüler 
Ein bedrückendes Zuhause 
Ein totes und ein schwerverwundetes Kind auf dem Weg ins Krankenhaus 
Die Grenzer an der Kolonie "Sorgenfrei" werden belobigt 
Hängengebliebenes (niemand wird vermisst – oder?) 
Die Großmutter sucht ihren Enkelsohn 
Zwei namenlose Urnen unter der Wiese für Sozialbestattungen 
Niemand wird vermisst! (Nur eine Lehrerin wagt es nachzuforschen) 
Die geschmuggelte Notiz 
Ein Klassenphoto mit fehlendem Schüler 
Schlussmusik: Das Denkmal 


(1997)

Videoclip von Jesko Marx

 

 

  AG: "Diese zweite Kooperation mit Jesko Marx (unmittelbar nach entstanden), war sehr viel profanerer Natur als jene erste — ein Video im Auftrag des Designzentrums Essen für die weltweite Promotion des Designpreises The Red Dot."
"Der Rote Punkt":   [5:11]